Welche rechtlichen Pflichten haben Onlineshops in 2026 zu erfüllen?

Die Termine auf einen Blick
Kaum ist eine Sache erledigt, kommt die nächste. In den nächsten Wochen und Monaten treten mehrere neue Pflichten für Onlineshops in Kraft. Das klingt nach einem Berg Arbeit. In Ruhe sortiert ist es machbar, wenn du früh anfängst.
Was sind die wichtigsten Stichtage für Gesetzesänderungen bei Onlineshops?
- 31. Juli 2026: Umsetzung des Rechts auf Reparatur
- 2. August 2026: Kennzeichnung von KI-Inhalten
- 12. August 2026: neue EU-Verpackungsregeln (PPWR)
- 27. September 2026: neue Regeln für Werbung mit Umwelt-Aussagen
- 27. September 2026: das neue Gewährleistungs-Label
Was genau für deinen Shop zu tun ist, prüfst du am besten mit der IT-Recht Kanzlei. Das hier ist keine Rechtsberatung, sondern ein Überblick, damit du weißt, wann du dich um was kümmerst.
Die zwei Termine, die fast jeden Shop betreffen
2. August 2026: Kennzeichnung von KI-Inhalten
Ab dem 2. August 2026 gilt die Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte aus der KI-Verordnung. Hier hält sich ein Missverständnis: Du musst nicht jedes KI-Bild markieren.
Entscheidend ist, welchen Eindruck ein Inhalt macht. Kritisch wird es vor allem bei fotorealistischen Darstellungen, die wie echte Fotos, echte Personen oder echte Produktergebnisse wirken. Ein KI-Model, das nie vor der Kamera stand, oder ein Vorher-Nachher-Bild, das ein Ergebnis vortäuscht: das ist gemeint. Abstrakte Grafiken, Icons oder klar erkennbare Illustrationen sind es meist nicht.
Für Texte gibt es Entwarnung. Reine Produktbeschreibungen, die du selbst schreibst und prüfst, müssen nach Einschätzung der IT-Recht Kanzlei regelmäßig nicht gekennzeichnet werden. Ein Punkt betrifft dich direkt, wenn du einen Chatbot im Kundenservice nutzt: Der muss sich künftig als Maschine zu erkennen geben.
Du möchtest die KI-Inhalte in deinem Azoo-Shop ganz einfach kennzeichnen? Wir haben dir ein AI-Label vorbereitet, dass du nur noch bei deinen Produkten aktivieren brauchst.
Eine Anleitung findest du hier: KI-Inhalte im Shop kennzeichnen
27. September 2026: das neue Gewährleistungs-Label
Das ist der Termin, der fast alle betrifft. Wer Waren an Privatpersonen verkauft, muss ab dem 27. September 2026 ein neues, EU-weit einheitliches Gewährleistung Label anzeigen, vor der Bestellung und gut sichtbar. Das gilt im eigenen Shop genauso wie auf Verkaufsplattformen.
Das Label ist fest vorgegeben. Inhalt, Farben und Form darfst du nicht anpassen. Ein Satz in den AGB reicht dann nicht mehr.
Wie das Label genau aussieht und was du dafür tun musst, haben wir dir in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben: Das Gewährleistungs-Label im Onlineshop ab 2026.
Kurz zum Garantielabel
Neben dem Gewährleistungs-Label gibt es ein zweites, das Garantielabel. Das betrifft die wenigsten von euch. Pflicht wird es nur, wenn für ein Produkt eine Herstellergarantie besteht, die kostenlos ist, das ganze Produkt abdeckt und länger als zwei Jahre gilt. Bei Handmade heißt Hersteller meistens: du selbst. Ob du mit der Garantie wirbst oder nicht, spielt keine Rolle, allein dass es sie gibt, zählt.
Die meisten Handmade-Shops geben keine solche Garantie und brauchen das Label darum nicht.
Falls doch, kommt etwas dazu:
Das Label gilt rechtlich als Garantiewerbung, dann musst du auch die vollständigen Garantiebedingungen zeigen. Alle Details erklärt die IT-Recht Kanzlei in ihren FAQ zum Gewährleistungs- und Garantielabel.
Was nur manche Shops betrifft
Drei Themen treffen längst nicht jeden, deshalb hier nur kurz.
Ab dem 12. August 2026 gilt die neue EU-Verpackungsverordnung, kurz PPWR. Wenn du Waren verschickst, bist du mitgemeint, denn auch Versandverpackungen fallen darunter. Zum Start ist wenig zu tun, der größte Teil kommt schrittweise bis 2030. Gut, das Thema jetzt auf dem Schirm zu haben, damit du deine Verpackung mit Vorlauf anpassen kannst.
Ab dem 27. September 2026 gelten strengere Regeln für Werbung mit Umwelt-Aussagen. Wörter wie „klimaneutral“, „umweltfreundlich“ oder „CO2-neutral“ darfst du dann nur noch mit einer belegbaren Grundlage verwenden. Auch Siegel, Bilder und Produktnamen zählen dazu, wenn sie eine positive Umweltwirkung nahelegen. Wenn du viel mit Nachhaltigkeit wirbst, schau hier genauer hin.
Bis zum 31. Juli 2026 muss außerdem das Recht auf Reparatur in deutsches Recht umgesetzt sein. Das ist vor allem für reparierbare Produkte wichtig, etwa Haushaltsgeräte und Elektronik. Und seit dem 1. Juli 2026 gilt ein neues Rücknahme Symbol nach dem ElektroG, betroffen sind vor allem Shops mit Elektrogeräten oder E-Zigaretten.
Was das für deinen eigenen Shop heißt
Du musst das nicht alles allein sortieren. Wir behalten die Termine für dich im Blick und melden uns rechtzeitig, bevor eine Frist eng wird. Wir sorgen dafür, dass du die technische Möglichkeit hast, die neuen Vorgaben in deinem Shop umzusetzen. Die rechtlichen Texte und die konkrete Umsetzung prüfst du mit der IT-Recht Kanzlei, die solche Themen seit über zwanzig Jahren begleitet.
Ein Vorteil, wenn du deinen eigenen Shop hast: Du hast die Darstellung selbst in der Hand. Auf einer fremden Plattform bist du darauf angewiesen, dass die Plattform die Anpassungen rechtzeitig bereitstellt.
Übersicht zum Ausdrucken
Alle Termine auf einer Seite haben wir dir als PDF zusammengefasst. Häng sie dir über den Schreibtisch, dann hast du die Stichtage im Blick.
Kurz gesagt
Es kommt einiges, aber du hast Zeit, wenn du jetzt anfängst, statt im September zu hetzen. Merk dir die zwei wichtigsten Termine: den 2. August für KI-Inhalte und den 27. September für das Gewährleistungs Label. Um den Rest kümmerst du dich der Reihe nach. Wir sagen dir Bescheid, sobald der nächste Stichtag näher rückt.
In deinem Azoo-Shop hast du die Darstellung selbst in der Hand
Das Gewährleistungs-Label binden wir dir zum Stichtag automatisch ein, du musst dafür nichts tun. KI-Inhalte kannst du bei Azoo ganz einfach mit 1 Klick kennzeichnen.
Du hast noch keinen eigenen Shop? Du kannst hier deinen Onlineshop eröffnen. Und alle Details zum Label findest du im Beitrag zum Gewährleistung Label im Onlineshop ab 2026.
Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Für die verbindliche Prüfung deines Shops wende dich an die IT-Recht Kanzlei.